Die Sängerin Claudia Barainsky studierte an der Hochschule der Künste ihrer Heimatstadt Berlin bei Ingrid Figur, Dietrich Fischer-Dieskau und Aribert Reimann und gilt wegen ihres breitgefächerten Repertoires international als eine der vielseitigsten der Zeit. Sie debütierte mit der Titelpartie in Aribert Reimanns „Melusine“ an der Semperoper Dresden. Dort folgten in Mozarts „Zauberflöte“ die Königin der Nacht und Pamina, in „Entführung aus dem Serail“ die Konstanze, Sophie in Strauss’ „Rosenkavalier“, Hasses „Cleofide“ und Badi’at in Henzes „L’Upupa“.

Sie sang Partien wie Anna in Marschners „Hans Heiling“ (Deutsche Oper Berlin unter Christian Thielemann), die Titelpartien in Keisers „Octavia“ ebenso wie in Alban Bergs „Lulu“ und die Rolle der Marie in „Wozzeck“ (La Monnaie, Brüssel).

Die Marie in Bernd Alois Zimmermanns „Die Soldaten“ wurde ein Meilenstein für sie, hat sie diese Rolle doch gleich mehrfach in hochkarätigen Inszenierungen gesungen (Willy Decker / Nederlandse Opera Amsterdam und David Pountney / Ruhrtriennale, mit der sie einer Einladung zum Lincoln Center Festival nach New York folgte).

Für ihre herausragende Interpretation und Darstellung der Titelpartie in Aribert Reimanns deutscher Erstaufführung „Medea“ an der Oper Frankfurt (September 2010) wurde Claudia Barainsky mit dem Deutschen Theaterpreis „DER FAUST“ ausgezeichnet.

Im Dezember 2010 debütierte Barainsky als Medea an der Wiener Staatsoper und verkörperte die Medea dort auch 2017 in der Wiederaufnahme. Im März 2019 triumphierte Barainsky in einer neuen Medea (Reimann) Produktion in der Regie von Kay Link und unter musikalischer Leitung von Robert Jindra am Aalto Theater Essen.

Höhepunkte der letzten Spielzeiten waren u.a. ihre Gestaltung der Maria Magdalena in der umjubelten Uraufführung „Wunderzaichen“ von Mark Andre (Cambreling / Wieler / Morabito) am Staatstheater Stuttgart, ihr gefeiertes Rollendebut in Richard Strauss‘ „Daphne“ in Toulouse (Haenchen/Kinmonth), ihr Rollendebut als Saffi im „Zigeunerbaron“ von J. Strauß unter der Leitung von Lawrence Foster und das Clärchen (Klaus Maria Brandauer als Egmont) in Jan Müller-Wielands „Egmont“, ein Konzert mit Brett Dean’s „Wolf-Liedern“ unter der Leitung von Brett Deatn in der Tonhalle Zürich, Szymanovski’s „Requiem“ beim Grafenegg Festival (Leon Botstein).

Ihr großes Konzertrepertoire beinhaltet die Sopran-Partien vieler Kantaten, Oratorien und Orchesterlieder, Beethovens „Sinfonie Nr. 9“, Mahlers „Sinfonie Nr.2“, „Sinfonie Nr. 4“ und „Sinfonie Nr. 8“ und Werke, die Komponisten regelmäßig für sie schreiben. Diese Besonderheit macht die Künstlerin zu einem gern gesehenen Gast auf international bedeutenden Konzertpodien und Festivals (u.a. Grafenegg, Wien Modern, Beethovenfest Bonn, Bayreuther und Salzburger Festspiele, Aldeburgh Festival, Schleswig-Holstein Festival) und zu einer musikalischen Instanz für Dirigenten wie Gerd Albrecht, Marc Albrecht, Vladimir Ashkenazy, Michael Boder, Herbert Blomstedt, Frans Brüggen, Sylvain Cambreling, Christoph Eschenbach, Michael Gielen, Daniel Harding, Marek Janowski, Emmanuel Krivine, Zubin Mehta, Ingo Metzmacher, Sir Roger Norrington, Kazuchi Ono, Giuseppe Sinopoli, Tugan Sokiev, Stefan Soltesz, Constantin Trinks oder Lothar Zagrosek.

Barainsky trat mit zahlreichen Orchestern auf, stellvertretend hierfür seien Philharmonia Orchestra und BBC Orchestra London, Bamberger Symphoniker, Gewandhausorchester Leipzig, Staatskapelle Dresden, MDR Sinfonieorchester, Konzerthausorchester und Rundfunk- Sinfonieorchester Berlin, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Münchner und Wiener Philharmoniker, WDR-, BR- und NDR Sinfonie-Orchester, Symphoniker Hamburg, NHK Symphony Orchestra Tokio, Petersburger Philharmoniker, Royal Concertgebouw Orchestra, Nederlands Philharmonisch Orkest, Orchestre de Paris, Orchestre de la Suisse Romande und Tschechische Philharmonie Prag genannt.

Kammermusik und Liederabende bilden einen großen und wichtigen Schwerpunkt in ihrem musikalischen Schaffen und so zählen die Liedbegleiter Axel Bauni, Alexander Schmalcz, Eric Schneider, Burkhard Kehring, Jan Philip Schulze oder das Arditti Quartett, das Auryn-Quartett, das Minguet Quartett, das delian:quartett, sowie Kammerensembles wie Klangforum Wien, Ensemble Musikfabrik, Ensemble Intercontemporain, Concerto Köln und Scharoun Ensemble immer wieder zu ihren künstlerischen Partnern.

Mit großer Freude gibt Barainsky ihr Können und Wissen an junge Sänger innerhalb von Meisterkursen u.a. an den Musikhochschulen Hannover, München und Würzburg weiter und ist im Sommersemester 2019 zur Gastprofessorin an der HMTM Hannover ernannt. Über 40 Aufnahmen zeugen von Claudia Barainskys künstlerischer Tätigkeit.